Aus SZ Magazin, 10.10.1997:

Ein sensibles Getränk - Kennt Ihr es?

Schon der Anbau der weißblühenden Pflanze, aus welcher der Stoff für dieses Getränk gewonnen wird, ist ziemlich aufwendig. Sie liebt steile Hänge, durchlässige Böden, feuchte Luft, frischen Wind und starke Sonnenbestrahlung. In unwegsamen Höhenlagen gedeiht sie am besten. Es heißt, dass in manchen Ländern früher Affen dressiert worden sind, um die Ernte einzuholen, weil sie sich auch im Felsen geschickt bewegen können.
Die richtige Zubereitung des Getränks ist ebenfalls eine heikle Prozedur. Kenner behaupten, dass man erst nach jahrelanger Übung zu einem wirklich guten Resultat kommt. Dazu ist vor allen Dingen eine eiserne Regel einzuhalten: das benötigte Wasser niemals kochend verwenden. Höchstens 80°C heiß soll es sein, noch besser 60 oder 50°C. Klar, dass es eine Weile dauert, ehe man auch ohne Badethermometer und verbrannte Fingerspitzen die richtige Temperatur im Gefühl hat. Zart hellgelb, schwach duftend, ein bißchen bitter - gerade so, "dass der Geist sich belebt und der Magen sich beruhigt" - soll das Getränk sein, mit ein wenig wäßrigem Schaum auf der Oberfläche und natürlich ohne Zucker und sonstige Zutaten. Im England des 19. Jahrhunderts war es das Getränk der Upper class. Zu schade für die Dienstboten. Dann tauchte plötzlich das Gerücht auf, es sei wegen seiner Bitterkeit gesundheitsschädlich. Seither mögen es die Briten nicht mehr. Bei uns ist es in letzter Zeit in Mode gekommen. Nach neuesten Forschungsergebnissen wirkt es stark harntreibend, entzündungshemmend bei Rheuma und antibiotisch bei Durchfallerkrankungen. Außerdem wird ihm bei der Behandlung von Arteriosklerose eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben.

Und jetzt: die Lösung



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